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Beschreibung

Ziel des interdisziplinären GLOWA Volta Projekts (GVP) ist es, vor dem Hintergrund globalen Wandels eine Analyse der physikalischen und sozio-ökonomischen Einflussfaktoren auf den hydrologischen Kreislauf im Volta Becken zu liefern.

Basierend auf dieser Analyse wird ein wissenschaftlich solides und hinreichend getestetes Entscheidungsunterstützungssystem (DSS) entwickelt. Das System wird die Erfassung der Wasserressourcen des Beckens, die nachhaltige Nutzung und die Entwicklung der Ressourcen wesentlich erleichtern. Das DSS wird hierbei ein umfassendes Monitoring- und Simulations-system bieten, das Entscheidungsträger dabei unterstützt, Einflüsse veränderter klimatischer und Landnutzungstrends zu beurteilen. Besondere Beachtung wird dabei den Konsequenzen geschenkt, die gezielte Politiken, Investitionen und andere Eingriffe auf die gesellschaftliche, wirtschaftliche oder biologische Produktivität der Wasserressourcen haben. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieser Bemühungen stellt die Ausbildung und Entwicklung von wissenschaftlichem Personal und von Infrastruktur innerhalb des Beckens dar. Dies ist notwendig, um die Nachhaltigkeit des DSS sicherzustellen.

Während der ersten Phase des GLOWA Volta Projekts standen der Aufbau einer Forschungsinfrastruktur sowie die Erfassung von klimatischen, hydrologischen, ökologischen und sozio-ökonomischen Daten im Vordergrund.  Um das Problem der mangelhaften Datenlage im Volta Becken zu beheben, entstanden zahlreiche zielgerichtete Studien, die dabei helfen, temporäre und räumliche Daten-Engpässe zu überwinden. Eine beträchtliche Anzahl dieser Studien wurde von Doktoranden aus der Volta Region durchgeführt. Phase I des Projekts umfasste zusätzlich die Etablierung von Arbeitsbeziehungen zwischen europäischen GVP-Partnern mit ghanaischen Kollegen. Während Phase II standen Arbeiten zur Modellierung im Vordergrund. Mesoskalierte Klimamodelle (MM5) wurden auf den Ebenen des Einzugs-gebietes, der Zuflüsse sowie des gesamten Beckens erfolgreich mit physikalischen Hydrologiemodellen verknüpft. Zahlreiche anthropologische und sozio-ökonomische Studien wurden fertiggestellt, deren Datenbestand die Grundlage für verschiedene Haushaltsmodelle zu sozio-ökonomischem Verhalten liefert. Phase III wird sich vor allem auf die Integration der Ergebnisse aus Phase I und II konzentrieren und den Schwerpunkt auf aggregierte öko-nomische Analyse, Operationalisierung der DSS-Komponenten sowie die Übertragung von Aktivitäten und Verantwortlichkeiten an Institutionen innerhalb des Volta Beckens legen.

Für die dritte Phase des Projekts (GVP III) wurden folgende Prioritäten festgelegt:

  1. Integration der Forschungsergebnisse, Erkenntnisse, Daten und Instrumente aus Phase I und II
  2. Erstellung eines Rahmens für die Evaluierung und die Vorhersage des effektiven Bedarfs an Wasserressourcen
  3. Entwicklung operativer Varianten von Forschungsmodellen und Instrumenten
  4. Übertragung von Infrastruktur, Instrumenten und Aktivitäten von GVP an die Partner im Becken

Während grundlegende Forschungsaktivitäten der Phasen I und II fortzusetzen sind, werden Arbeitsbereiche neu organisiert, um den Erfordernissen der Anwendbarkeit des DSS gerecht zu werden. Die Themen Atmosphäre, Land und Wasser, die maßgeblich die Struktur der GVP-Forschung in Phase I und II bildeten, werden durch folgende Themen ersetzt:

  1. Wasserversorgung und -verteilung (S)
  2. Analyse von langfristigen Umweltveränderungen (E)
  3. Wasserbedarf und -management (D)
  4. Bildung von Arbeitsgemeinschaften für den Technologietransfer (C)
  5. GLOWA Volta Entscheidungsunterstützungssystem (DSS) (I)

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Hintergrund

Das Einzugsgebiet des Voltaflusses ist eine der ärmsten Regionen Afrikas. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei etwa 320 US$. Für die Mehrheit der Bevölkerung bilden Regenfeldbau und, in geringerem Maße, Bewässerungslandwirtschaft die wichtigste Ein-kommensquelle. Ein hohes Bevölkerungswachstum verstärkt zusehends den Druck auf die Ressourcen Wasser und Land. So haben zum Beispiel in Ghana nur rund 10,3 Millionen (51 %) der 20 Millionen Einwohner Zugang zu sauberem Wasser.

Eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion in der westafrikanischen Savanne hängt stark von einer effektiven Nutzung der Ressourcen aus oberflächennahen Gewässern ab. Entsprechende Programme zu Wasserentwicklung müssen so konzipiert sein, dass durch die Nutzung am Oberlauf keine Probleme für die Bevölkerung am Unterlauf durch Wassermangel entstehen, insbesondere gilt dies für die Zuläufe von Wasserreservoiren wie dem Volta See. Von ihnen hängt die Energieversorgung für die städtische Bevölkerung und die Industrie in Ghana ab.

Niederschläge in dieser Region unterliegen starken Schwankungen, was auch der Grund für periodisch auftretende Dürren ist. Die Unvorhersagbarkeit der Regenfälle ist zudem der maßgebliche Faktor für die Wirtschaftlichkeit hydroenergetischer Systeme, wie sich während der Energieengpässe in Ghana 1998 gezeigt hat. Jede Strategie für das Management der Wasserressourcen in dieser Region muss daher dieser Variabilität Rechnung tragen.

Landnutzungsmuster haben Einfluss auf den hydrologischen Kreislauf, weshalb Verschiebungen dieser Strukturen zu zeitlich und lokal veränderten Wetterverhältnissen und Charakteristika der Niederschläge führen. Zukünftige Veränderungen der westafrikanischen Wetterregime werden zudem durch den globalen Klimawandel beeinflusst. Bisher existiert nur begrenztes Wissen über die Einflüsse der globalen Veränderungen auf Meso-Regionen wie Westafrika. Weit weniger weiß man bislang über die Wechselwirkungen zwischen dem globalen Klimawandel und den das regionale Wetter beeinflussenden Faktoren wie Veränderungen der Bodenoberflächen und daraus resultierenden Verschiebungen bei Evaporation und Oberflächenabfluss. Aufgrund der Komplexität dieses Systems sind katastrophale Folgen für die Region und ein  erheblicher Einfluss auf die Wasserverfügbarkeit zu befürchten, weshalb Strategien zur Bewirtschaftung dieser kostbaren Ressource entsprechend ausgestaltet werden müssen. Die große Variabilität der Niederschläge macht Westafrika zu einer Region mit dauerhaften klimatischen und – damit einhergehend – sozialen und wirtschaftlichen Problemen.

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